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15-Jährige Markvippacherin lernt fliegen

veröffentlicht um 02.07.2012, 01:28 von Udo Key


Quelle: Artikel Thüringer-Allgemeine vom 30.06.2012
  • Die 15-jährige Cheyenne Raube aus Markvippach vor dem Start mit der Schulmaschine Cessna 150 am Flugplatz Dermsdorf. Foto: Gerhard Albold
    Die 15-jährige Cheyenne Raube aus Markvippach vor dem Start mit der Schulmaschine Cessna 150 am Flugplatz Dermsdorf. Foto: Gerhard Albold
Cheyenne Raube aus Markvippach hat sich ein großes Ziel gesetzt, das sie Schritt für Schritt angeht. Sie will Verkehrspilotin werden. Ihr erster Ausbildungsort ist der Flugplatz Dermsdorf. Hier wird sie zu ihrem 16. Geburtstag im August den ersten Alleinflug starten.
Dermsdorf. Man sollte sich von ihrer Jugend nicht täuschen lassen. Sie hat eine Ausnahmegenehmigung erhalten und sie sitzt schon jetzt, mit 15 Jahren, am Steuer der einmotorigen Schulmaschine Cessna 150.Ihre 40. Landung hat sie völlig selbstständig durchgeführt. Michael Schunke, ihr Fluglehrer, sagt: "Sie ist ein Naturtalent und hat das richtige Gefühl fürs Fliegen". Bereits 15 Stunden und über 50 Flüge hat sie in ihrem Flugbuch angesammelt.Für Cheyenne Raube, das zierliche, hübsche Mädchen aus Markvippach, das gerade die 9. Klasse am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Erfurt beendet, ist der Weg allerdings noch lang, um das ehrgeizige Ziel zu erreichen: "Eines Tages sitze ich am Steuer einer großen Verkehrsmaschine".Begonnen hat für sie alles 2004 bei einem Linienflug in einem Airbus. Damals hat sie die Leidenschaft fürs Fliegen für sich entdeckt. Heute bestimmt die Fliegerei ihr Leben.Im September 2011 begann Cheyenne in Dermsdorf mit dem Unterricht. Die ersten Flüge mit Fluglehrer Martino Wirth waren für sie unvergesslich, und mit jedem Start hatte sie mehr Selbstvertrauen und Spaß am Fliegen.Die Eltern, Schwester Yvette und auch der Freund helfen und unterstützen sie bei ihrem Vorhaben, denn die Ausbildung bis zum Verkehrspiloten für große Linienmaschinen ist zeitaufwendig und kostenintensiv. Ihre Mutter, Walentina Raube, nimmt an, dass Cheyenne das "Fliegergen" von ihrer Tante, die über 90 Jahre alt ist, geerbt hat. Sie war im 2. Weltkrieg Pilotin der Roten Armee.
Anfangs übers Internet, aber auch auf anderen Flugplätzen in Thüringen hat sich CheyenneRaube über den Weg zum Erwerb der Privat-Piloten-Lizenz bis hin zum Abschluss als Verkehrsflugzeugführer erkundigt. Am Sömmerdaer Flugplatz hat sie die Möglichkeit, die komplette theoretische und auch die Flugausbildung mit dem Klassenerhalt für verschiedene Flugzeugtypen, in Zusammenarbeit mit einer Flugschule am Stuttgarter Flughafen, zu absolvieren. Allerdings kann sie erst mit 18 Jahren die Verkehrsflugzeugführer-Schulung durchführen. Bis die geforderten 250 Flugstunden erreicht und das umfangreiche theoretische Wissen für das anspruchsvolle Ziel angeeignet ist, geht auch noch einige Zeit ins Land.Auch muss die Fliegerei stets im Einklang mit ihren schulischen Aufgaben am Erfurter Gymnasium gebracht werden. Zurzeit lernt sie noch russisch, im kommenden Jahr soll spanisch dazukommen. Vier Fremdsprachen sollen es sein.Auf alle Fälle will Cheyenne die Theorieprüfungen für den Pilotenschein noch 2012 abschließen. Dazu gehört ihr erster Alleinflug am oder nach dem 19. August, ihrem 16. Geburtstag. Ihre Klassenlehrerin Frau Heyer, so erzählt die junge Dame, wollte es anfangs nicht glauben, dass sie eine Piloten-Ausbildung begonnen hat. Jetzt sei die Lehrerin, aber auch die ganze Klasse stolz auf sie.Cheyenne Raube hat ihr Ziel fest im Blick, die geforderten 45 Flugstunden und 200 Flüge für die Piloten-Lizenz sollen 2013 geschafft sein. Die notwendigen 250 Stunden für die Verkehrspiloten-Ausbildung will sie sicher am Thüringer Himmel erfliegen. Wenn alles klappt, wird sie ihren Pilotenschein eher in der Tasche haben als die Fahrerlaubnis. Für Cheyenne ist das schon ein tolles Gefühl.Michael Schunke (4800 Flugstunden und Fluglehrer seit 1994), sitzt gern neben Cheyenne im Cockpit. Er merkt genau, dass sie die Ausbildung sehr ernst nimmt. Wenn es so weitergeht, wird Cheyenne alle geforderten Ausbildungsabschnitte mit den Mindestbedingungen erfüllen. Das ist nicht bei jedem Flugschüler der Fall.

Gerhard Albold / 30.06.12 / TA

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