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Mitfahrbank macht mobil – so geht trampen heute

veröffentlicht um 11.04.2017, 12:27 von Udo Key
Markvippach setzt auf neue Wege mit der ersten Mitfahrbank im Landkreis Sömmerda.

Wer auf dem Land wohnt und kein Auto hat, ist aufgeschmissen, wenn kein Bus fährt. Salopp gesagt sind Mitfahrbänke so etwas wie die Seniorenvariante des alten Trampens. Statt mit erhobenem Daumen am Straßenrand zu stehen, können dort Menschen auf eine Mitfahrgelegenheit warten.

Die erste Mitfahrerbank in Deutschland wurde 2014 in einer kleinen Gemeinde in Rheinland Pfalz aufgestellt. Mittlerweile sind viele Bänke hinzugekommen. Alle diese Gemeinden haben gemeinsam, dass der öffentliche Nahverkehr nicht sonderlich gut ausgebaut ist.

Bundesweit greift der Trend der speziell gekennzeichneten Sitzbänke da um sich, wo der Bus nur noch selten fährt oder gar nicht mehr.

Hier in Markvippach, wurde die Idee der Mitfahrbank im Herbst 2016 aufgegriffen und dem Gemeinderat zur Abstimmung vorgelegt. Die Idee fand Zustimmung und wurde schnell und unkompliziert in die Tat umgesetzt.

Die Mitfahrbank soll Menschen helfen, spontane Mitfahrgelegenheiten zu finden. Das Konzept kann eine Lösung sein, um Mobilität ohne eigenes Auto zu ermöglichen und in Fahrgemeinschaften gemeinsam und umweltfreundlicher unterwegs zu sein.Das Prinzip ist einfach: Schild umklappen, warten, mitfahren. Mehr ist nicht zu tun, wenn man die Mitfahrbank nutzen will.

Neben der Bank gibt es Klappschilder, mit den Aufschriften Erfurt, Weimar, Sömmerda oder Schloßvippach. Hier kann man sein Fahrtziel einstellen. So wird den vorbeifahrenden Autos signalisiert, wohin die oder der Wartende mitgenommen werden möchte. Wenn ein Fahrer in diese Richtung fährt und die Person mitnehmen möchte, hält er an. Man kann sich über das jeweilige Ziel austauschen und Fahrer und möglicher Mitfahrer können entscheiden, ob sie gemeinsam fahren wollen. Das Konzept setzt auf Freiwilligkeit. Vor allem Senioren und Jugendlichen, die kein Auto besitzen, soll die Bank ermöglichen, unabhängig vom selten fahrenden Bus mobil sein zu können. Jugendliche können so ihre Freunde im nächsten Ort besuchen und Senioren können in der nächsten Stadt Einkäufe tätigen

Die Mitfahrbank verschaffte die Möglichkeit, mit Menschen in Kontakt zu kommen, mit denen man sonst wohl nie viele Worte gewechselt hätte. Nun gilt es, die Mitfahrbank bekannt zu machen und viele Unterstützer innerhalb und außerhalb der Gemeinde zu finden.

Ziel ist es, dass auch in den umliegenden Ortschaften Mitfahrbänke entstehen. Wenn sich das Konzept durchsetzt, wäre es eine echte Chance, eine kleine Lücke die durch den spärlichen Busverkehr besteht, zu schließen.

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