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Heimatglocken - Markvippach 1914-05

veröffentlicht um 12.06.2013, 01:02 von Udo Key   [ aktualisiert: 12.06.2013, 01:03 ]

Quelle: Manfred Schiller - Schloßvippach

Unsre Konfirmanden sind mit der Entlassung aus der Schule und dem Konfirmandenunterricht und mit der Einsegnung am Sonntag Palmarum und der Erstkommunion am Gründonnerstag ins Leben hinausgetreten. O dass sie in dieser Zeit, wo viele Tausende der Kirche den Rücken gekehrt haben, nie vergäßen das: „Sei getreu bis in den Tod. Bleibt getreu Eurer Kirche, denn sie ist keine Verdummungsanstalt, sie ist heute noch die große Zentrale, von der Licht und Kraft für Euer Leben ausgeht, sie vertröstet nicht bloß auf den Himmel, sondern sie macht das Erdenleben reich und schön, auch selbst treu und tüchtig, stark und froh. Nehmt die Kirche aus den Städten und Dörfern weg, was bleibt ? Ein regelloser Haufen Häuser, ohne Einheit und Zusammenhang. Laßt die Glocken schweigen, nehmt alle Werke, der Kirche aus der Welt weg, die Werke erbarmender Liebe, und das Herz wird kalt und die Welt wird öde und tot. Zuletzt aber: ist`s nicht die Kirche, die durch ihren Wert allein Euch trösten und über des Lebens Schwere und des Todes Schrecken erhebt ? Also bleibt der Kirche treu!“

Am 2. Ostertage wurde getauft Ernst Wille Maak, S. des Eisenbahnarbeiters Albert Oskar Maak und sr. Ehefrau Auguste Berta geb. Hagedorn. – Wilhelm Fockes Ehefrau ist von einer Drillmaschine überfahren worden und hat dabei eine schmerzhafte Quetschung der rechten Körperseite erlitten. – In den Feldern draußen und in den Gärten am Dorfe hat nun wieder die große Jahresarbeit begonnen. In den „Sichten“ und den „Semsen“ ist wieder das Holz geschlagen und die Gemeinde hat fleißig angepflanzt, besonders kanadische Pappeln, die früher oft in langen Reihen an Grabenrändern und Wiesen stehend, ein Zeichen unsrer Gege4nd waren, aber infolge der hohen Preise, die die Möbeltischler für sie zahlten, in den letzten Jahren sehr geschwunden sind. Mögen Frühjahr und Sommer aller Arbeit des Pflanzens und Säens Gedeihen und Segen bringen!                                      

Reuße.

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