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Heimatglocken - Markvippach 1914-06

veröffentlicht um 03.07.2012, 00:46 von Udo Key

Quelle: Manfred Schiller, Schloßvippach

Das war ein Mai so recht nach des Landmannes Herzen! Neben schönen Tagen mit sommerlicher Wärme fehlte es auch an der „Maikühle“ nicht, und da die letzte Maiwoche mit fünf Regentagen und 45-50 mm Niederschlägen auch noch die nötige Erfrischung und Feuchtigkeit für die Fluren brachte, so wird hoffentlich das alte Wort wieder wahr werden, dass „Mai kühl und naß füllt dem Bauern Scheuer und Faß“. Jedenfalls ist der Stadt der Felder und Wiesen zur Zeit recht erfreulich, und ein Gang durch die prangenden Fluren am schönen Pfingstfeste war ein köstlicher Genuß für den, der mit offenen Augen durch Gottes schöne Wunderwelt zu wandern gewohnt ist. Da wollen wir aber auch eine Bitte nicht vergessen: Schont die Natur! Rupft nicht die Blumen, um sie nach einer Stunde achtlos wegzuwerfen! Schont auch die Nester und die Vöglein darin. Und lasst es vor allem an Verwarnung der Kinder in dieser Hinsicht nicht fehlen. –   Am 10. Mai wurde auch bei uns wie im ganzen deutschen Vaterlande fürs „Rote Kreuz“ und seine Arbeit von Haus zu Haus gesammelt und durch die Sammlung ein Ertrag von 42 Mk. Erzielt. –   Getraut wurden am 9. Mai der Landwirt Robert Köhler aus Sömmerda und Olga Helene Kästner, die zweite Tochter unsres Bürgermeisters Berthold Kästner. „Wo der Herr nicht das Haus bauet, so arbeiten umsonst, die daran bauen“. Das junge Paar hat seinen Wohnsitz in Sömmerda genommen. –   Am 18. Mai haben wir Lina Kühirt geb. Focke, Ehefrau des Bierverlegers August Kühirt in Greußen, begraben. Sie war ein Kind unsres Ortes, eine Tochter des Hofmeisters Wilhelm Focke. Schon lange schwer krank hatte sie, als sie ihr Ende herannahen fühlte, nur noch den einen Wunsch: auf dem Friedhof der Heimat zur letzten Ruhe zu kommen. Ihr Wunsch ist ihr erfüllt worden; möge sie auch zur ewigen Ruhe eingegangen sein.    

Pfarrer Reuße.

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