Geschichts-Blog‎ > ‎

Heimatglocken - Markvippach 1914-07

veröffentlicht um 01.08.2012, 02:34 von Udo Key

Der bedeutsamste Tag im Juni war für unsre Gemeinde und das mit ihr seit Jahrhunderten schon politisch und kirchlich verbundene Bachstedt der 6. Juni, an dem unser verehrter Amtsrat Refardt in Bachstedt mit seiner Gemahlin das Fest der silbernen Hochzeit feierte. Es war dieser Tag ein Festtag für die ganze Gemeinde. Da kam all die Liebe und Verehrung zu Tage, die im Laufe der 25 Jahre ihres Aufenthaltes in Bachstedt die Familie R. in der Gemeinde sich erworben. Da wollte keines zurückstehen mit seinem Danke. Schon bei der großen Festtafel zeigte sich das, die zahlreiche Glieder der weitverzweigten Familie und Freunde von Nah und Fern unter einem großen Zelt im Garten vereint hatte und manches treffliche, herzliche Wort gesprochen werden lies. Nach ihrer Beendigung erschienen die Vertreter der Gemeinde und Kirchgemeinde Markvippach und überbrachten als sichtbares Zeichen der Dankbarkeit zwei Gemälde des Weimarer Landschaftsmalers Professor Franz Bunke: „Morgenstimmung im Frühling, Motiv Bachstedt“ und „Ein sonniger Frühlingsnachmittag, Motiv Markvippach“, beide in eine Fülle von Sonne, Licht und Wärme vom schaffenden Meister getaucht. Bei Überreichung dieser Gaben habe ich dem Danke Ausdruck gegeben, der uns alle, Gemeinde und Kirche beseelte für das viele Gute, das wir, die Kirche zumal, von Seiten der Gefeierten erfahren haben. Einen prächtigen Anblick gewährte es, als bei Einbruch der Dunkkelheit ein stattlicher Fackelzug der Gutsarbeiter, unsres Krieger- und Militärvereins und unsres Schießvereins, auch des Kriegervereins Ballstedt auf dem Gutshof unter den Klängen des Zapfenstreiches einzog. Gewaltig brauste zum Eingang der Feier das „Lob den Herrn“ und zum Schluß „Deutschland, Deutschland über Alles“ aus Hunderten von Kehlen empor. Zwischen den Liedern  Ansprachen und Überreichung von Geschenken, von uns Markvippachern das Völkerschlachtdenkmal in versilbertem Zinnguß auf schwarzem Sockel. Und dann gings heim nach Markvippach und Ballstedt, wo die Festteilnehmer bewirtet wurden und bei Tanz und fröhlichem Treiben lange zusammenblieben. Spät Abends kam das Silberjubelpaar auch noch in die feiernden Gemeinden, was nicht endenwollenden Jubel auslöste. Möchte wie bisher so auch in Zukunft, ein solch schönes herzliches Verhältnis zwischen Gutsherrschaft und Gemeinde bleiben! Gott aber segne das Jubelpaar auf seinem weiteren Lebenswege für und für! 

Getauft wurde am 21. Juni Max Alfred Moosmann, S. des Oberschweizerw Friedrich Moosmann inn Bachstedt und sr. Ehefrau Berta Ida geb. Datemasch.  

Mit freundlichem Gruß !             

Reuße
Comments