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Geschichte Bachstedt

veröffentlicht um 23.10.2010, 11:06 von Udo Key   [ aktualisiert: 25.12.2010, 09:24 ]
(Quelle Text und Bilder: Wolfgang Obermann - VG an Der Marke)
Die Ersterwähnung des Ortsteils Bachstedt geht auf das Jahr 876 zurück.
In einem Streit um den Anspruch des Zehnten (auferlegte Steuer im Mittelalter - zehnte Teil der Feldfrüchte und des Viehs mussten entrichtet werden) zwischen Erzbischof Luitbert von Mainz und dem Abt
Sigihard von Fulda wurde am 18.Mai 876 in Ingelheim vor Konig Ludwig dem Deutschen der Streit geschlichtet.

Das Moritzkloster in Naumburg erwirbt am 25.Mai 1280 u.a. das Gut in Bachstedt und errichtet hier ein Klostervorwerk. Dieses diente im dreißigjährigen Krieg oft als Zufluchtsstätte für die Bewohner der umliegenden Orte, da es einigermaßen befestigt und mit vier Musketieren besetzt war.
Herzog Wilhelm von Weimar erwarb 1467 das Klostervorwerk, welches jahrhundertelang durch verschiedene Pächter bewirtschaftet wurde.
Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war das Gut für die umliegenden Dörfer eine wahre Plage. Als Hintersattler bzw. als Anspanner mussten die Einwohner aus Vogelsberg, Sprötau, Kleinbrembach, Vippachedelhausen, Markvippach, Großrudestedt, Kleinrudestedt, Schwansee, Mittelhausen und Rietnordhausen einen Teil der auf dem Gut anfallenden Arbeiten erledigen.
Das Triftrecht, das Recht, die Schafe des Gutes in den Fluren von Vogelsberg, Sprötau, Kleinbrembach, Großbrembach, Vippachedelhausen, Thalborn, Markvippach, Ballstedt, Berlstedt, Stedten, Hottelstedt, Ottstedt a.B., Ottmannshausen, Zimmern, Wallichen, Großmölsen, Ollendorf und Hopfgarten weiden zu lassen, stellte für diese Dörfer eine weitere Plage dar.

1823 wohnten 22 Einwohner im Bachstedter Kammergut.
Bachstedt wurde im Jahre 1827 mit unter Markvippach geführt. Die Kinder von Bachstedt wurden in Markvippach eingepfarrt und eingeschult.
Das Kammergut Bachstedt wurde 1934 zum Neubauerndorf aufgesiedelt. Mit der Grundsteinlegung am 21.Marz 1934 begann der Bau der Siedlungshäuser. Es entstanden 1 Großbauernstelle von 200 Morgen, 2 mittelbäuerige Hofstellen mit ca. 60
Morgen und 11 Bauernhofe mit ca. 30 bis 40 Morgen sowie 2 Handwerkerstellen zu je 15 Morgen. Bei der Aufsiedlung wurde in Bachstedt eine eigene Schule mit 2 Räumen erbaut.

Bachstedt hat sich in den letzten 30 Jahren durch eine nachhaltige Umstrukturierung und eine maßvolle Bauentwicklung von einem Bauerndorf zu einer schönen Wohngemeinde entwickelt.