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Heimatglocken - Markvippach 1913-11

veröffentlicht um 29.03.2012, 01:30 von Udo Key   [ aktualisiert: 30.05.2012, 04:23 ]

Dies ist ein sehr interessanter Artikel zu den geschichtlichen Hintergründen des Denkmals im Oberdorf. Im nächsten Jahr steht dieses Denkmal somit bereits 100 Jahre und erinnert an den Befreiungskrieg und die entscheidende Völkerschlacht bei Leipzig vom 16.10.-19.10.1813. Dieses Denkmal wurde somit zeitgleich mit der Einweihung des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig zum 100-jährigen Jubiläum errichtet bzw. eingeweiht. Das Kirchweihfest (Kirmes) wurde zu der Zeit noch im Oktober gefeiert und erst in viel späteren Jahren auf den jetzigen Termin im Juni verlegt.

Hier nun der Artikel der Heimatglocken aus dem Jahre 1913 für Sie zum Nachlesen:

 

Heimatglocken Markvippach im November 1913

"Es wurden seit 1. Jan. 1913 getraut: Landwirt Karl Becker in Dielsdorf mit Anna Herrmann, unsres Schmiedemeisters Louis Herrmann zweite Tochter am 16. Jan; Landwirt Paul Oskar Schelle in Ottstedt a.B. mit Valeska Hofmann, älteste Tochter hiesigen Wassermüllers Friedrich Hofmann am 19. Jan. Beerdigt wurde: Rudolf Eberling, Sohn des Landwirtes Hermann Eberling, gest. 8. Okt., 6 ½ Mon. alt. Am 5. Okt. konnten wir freudig bewegt im Hinblick auf unsre schöne Ernte ein fröhliches Erntedankfest feiern. Am 26/28. Okt. fand, begünstigt von prächtigem, sommerlichen Wetter das schöne Kirchweihfest statt, das von Fern und Nah Gäste in selten großer Zahl nach Markvippach geführt hatte, sodaß wohl kaum ein Haus ohne lieben Besuch war, und auch unsre wackeren Wirtsleute mit dem Ertrag des Festes zufrieden sein konnten. Das Hauptfest war aber doch die Jahrhundertfeier der Schlacht bei Leipzig am 18. Okt. Soviel der festlichen Veranstaltungen, zu denen die Gemeinde 100 Mk. verwilligt hatte, haben wir wohl an einem Tag noch nicht gehabt. In der Mittagsstunde Festgeläut, um 1 Uhr Festgottesdienst. Danach Festzug mit Musik an der Spitze nach dem Oberdorf, wo eine Erinnerungseiche und ein Denkmal eingeweiht wurden. Das Denkmal, aus unbehauenen Steinen und Findlingen in Grottenform gebaut, trägt in seiner Mitte eine Tafel mit dem Eisernen Kreuz und der Inschrift darunter: 18. Okt. 1813 - 1913. Nachmittags war Kinderfest, Abends ein Fackelzug mit wirklichen Fackeln zum Freudenfeuer, dort noch ein „Flamme empor“, und dann ein patriotischer Volksabend mit Bericht über die Schlacht. So war der Oktober ein Festmonat für unsern Ort. Was uns aber besonders freut: die Kirche durfte jedes der Feste auf die Höhe hinaufführen und nie fehlte ihr die große Festgemeinde! Und so mags bleiben allezeit!" Reuße.


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