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Geschichte Markvippach

veröffentlicht um 23.10.2010, 11:07 von Udo Key   [ aktualisiert 28.06.2011, 23:01 von Udo Key ]
(Quelle Text und Bilder: Wolfgang Obermann - VG an Der Marke sowie WZV Weimar)

Die erste schriftliche Erwähnung von Vippach geht auf das Jahr 802 zurück. Sämtliche Erwähnungen aus dieser Zeit können jedoch nicht zweifelsfrei einem bestimmten Siedlungsort zugeordnet werden.

Die zusätzliche Ortsbezeichnung "Mark" zum Namensstamm Vippach ist erstmals in einer erhaltenen Urkunde für das Jahr 1221 nachweisbar. Im Rechts- und Sachinhalt einer Urkunde des Ernestinischen Gesamtarchivs wird unter Urkunden-Nr. 4311 etn "villicus Albertus de Marctvipeche als landgräflicher Richter genannt.

 


Eine Besiedlung erfolgte aber bereits sehr viel früher, wie Bodenfunde am Westrand des Dorfes belegen.

Bei Grabungen an verschiedenen Stellen der Gemarkung durch das Museum für Ur- und Frühgeschichte im Jahre 1971 wurde insbesondere ein Hausgrundriß von 3 x 4m freigelegt, der sich aufgrund von Scherbenfunden auf die Zeit des 9. - 10. Jahrhunderts, also die Zeit der Karolinger datieren lässt.

 

Oberdorf


Im Ortssiegel von Markvippach befand sich (oder befindet sich) ein Falkner.

In einer alten Sage heißt es:

Bei einer Jagd der heiligen Elisabeth mit ihrem Falken, flog dieser in die Vippach. Ein Herr von Vippach, der zufällig des Weges kam, rettete den Falken aus seiner mißlichen Lage. Dafür wurde dieser Herr mit "Markvippach" belohnt.

Die Familie von Vippach war über lange Zeit das im Ort ansässig Adelsgeschlecht, dem Markvippach vermutlich seinen Namen zu verdanken hat. Später verkaufte sie ihren Gutsanteil an Rudolf von Drachenfels und zog weg.

 

Ein zweites Rittergut gehörte dem Vitzthum von Eckstedt. Das Vitzthumsche Rittergut, dem auch das Unterdorf gehörte, kam an die Familie Leitzsch und wurde dann mit dem anderen Rittergut vereinigt.

Das Ober- und Unterdorf, ehemals zwei getrennte politische Gemeinden wurden dann im Laufe der Zeit zu einem einheitlichen Dorf zusammengeführt.
Letzter Besitzer des Ritterguts war die Familie Wiegand, die 1945 enteignet wurde.

Im Ort gab es ein altes und ein neues Schloß. Das alte Schloß, die Wasserburg genannt, war über eine Steinbrücke zugänglich und von einem Wassergraben umgeben.
Lange Zeit war es dem Verfall preisgegeben bis es 1992 von Herrn Dix gekauft und in den Folgejahren denkmalgerecht restauriert und einer vertraglichen Nutzung zugeführt wurde.
Das Restaurant "Zur Wasserburg" bietet mittelalterliche Erlebnisgastronomie mit Ritter-Essen und mittelalterlicher Badestube auf Voranmeldung.

Das neue Schloß wurde im Rahmen der Bodenreform abgerissen, obwohl es sich noch in einem baulich recht guten Zustand befand. Gebäude und Grundbesitz wurden im Rahmen der Bodenreform an Neu- und Kleinbauern aufgeteilt.
Auf dem ehemaligen Gelände des Schlosses und Schlossgartens befindet sich heute das kulturelle Zentrum des Ortes mit Jugendklub, Bühne und Freitanzfläche sowie ein Kindergarten mit Spielplatz.


Wasserburg

Kirche St. Andreas

Die evangelische Pfarrkirche Sankt Andreas, als weithin sichtbares Wahrzeichen des Ortes, wurde um 1500 erbaut und hat im 18.Jahrhundert eine bauliche Veränderung erfahren.
1992 mußte die Kirche wegen Baufälligkeit des Kirchenschiffes gesperrt werden. Über viele Jahre wurde die Kirche renoviert.

Während seiner Zugehörigkeit zu dem Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach wurde Markvippach an das Eisenbahnnetz angeschlossen.
1887 wurde die Kleinbahn Weimar-Rastenberg eröffnet. Die aus Weimar kommende Streckenführung zweigte in Buttelstedt in die Richtung nach Großrudestedt ab. An der Teilstrecke Buttelstedt-Großrudestedt befand sich im Nordosten des Ortes der Bahnhof Markvippach. Nachdem die Bahn 1945 kurzzeitig wieder in Betrieb genommen wurde, kam infolge der Reparationsleistungen im April 1946 das endgültige Aus.
Heute wird das ehemalige Bahnhofsgebäude zu Wohnzwecken genutzt, nachdem es jahrelang als Kindergrippe Verwendung fand.